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Historie der Untertagegewinnung im Raum des ehemaligen Tagebauwerkes Chabařovice

Rumpálová šachta. Stovky podobných byly vyhloubeny v oblasti mezi Ústí nad Labem a Teplicemi.

Der Anfang der Entwicklung des Schachtbergbaus begann nach dem Jahre 1796, als der Schmiedemeister Michel Nitzsch aus der Stadt Trmice (Türmitz) anfing für seinen eigenen Bedarf die Kohle zu gewinnen und zu verwenden, im Stadtteil „Wina“, im Gebiet zwischen Předlice (Predlitz) und dre Heizkraftanlage Trmice. Nach ihm folgten die Türmitzer Einwohner Franz Anton Meixner und Franz Wenzel Bose, die im J. 1798 begannen die Kohle am Berghang Rabenov (Rabenay) zu gewinnen. In vielen untiefen Schachten mit einem primitiven Radhaspel und einem Paar Pferde mit Fuhrwerk förderten Kohle auch manche weitere Bürger in diesem Gebiet. Dadurch wurde der Kohlenabsatz für den Eigenbedarf oder für die unmittelbare Umgebung sichergestellt. An der Kohlengewinnung beteiligte sich meistens die ganze Familie und es förderte man überwiegend in der Winterzeit nach der der Ernte, als es das größte Interesse für Kohle gab. In damaliger Zeit gehörte die Kohle noch nicht unter die vorbehaltenen Mineralien, d.h. die Kohle war nicht im Besitztum des Staates, also der Staat limitierte keineswegs ihre Ausnutzung. Das Bergrecht entwickelte sich im Vergleich mit dem Erzrecht weit später, ungefähr seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Das wurde durch die spätere Erkenntnis der Verwendbarkeit der Kohle verursacht.

Wie es die Bedeutung der Kohle stieg, entwickelte sich auch ihre Gewinnung.  Im Laufe der Zeit erhielten den entscheidenden Einfluss in diesem Kohlenunternehmen nur die kapitalstarken Förderer und später vor allem die Gesellschaften, welche für den eigenen Betrieb eines Bergwerkes notwendige technische Ausstattung ausbauen konnten, und dadurch auch qualitativ bessere Kohlensorten gewinnen. Diese Kohlensorten lagerten in größeren Tiefen und unter dem Grundwasserspiegel.

Diese Umstände führten zur Entstehung von wirklichen Bergbaubetrieben im Fördergebiet des späteren Bergbauwerkes Chabařovice, es handelte sich besonders um diese Bergwerke: Das Bergwerk Milada I., gegründet von Graf Westphalen im J.  1869 in Vyklice (Wiklitz) in der Nähe von der Eisenbahnstation Chabařovice, wurde mit eigener Schleppbahn angeschlossen.

Důl Milada II. otevřený roku 1884

Im J. 1907 beschäftigte das Bergwerk 107 Bergarbeiter und 44 Abbauarbeiter mit der Jahresförderung 83 550 Tonnen Kohle. Im J. 1924 wurde das Bergwerk auf Grund der Unrentabilität geschlossen. Das Bergwerk Milada II., ebenso von Graf Westphalen im J. 1884 in Chabařovice gegründet, hatte auch seine eigene Schleppbahn und wurde bis in die Tiege von 105 Metern geführt.

Im J. 1907 beschäftigte das Bauwerk 139 Bergarbeiter im Untertagebau und 53 Abbauarbeiter über Tage und erzielte die Jahresförderung 130 910 Tonnen Kohle. Aus dem Gesichtspunkt der Explosivität wurde dieser Bergbaubetrieb unter die I. Gefahrkategorie eingeordnet. Beide Bergwerke kaufte im J. 1891 die Mostecká uhelná společnost (Brüxer Kohlenbergbau-Gesellschaft), gemeinsam mit den Bergwerken Doblhoff, Barbora, Julie, Neuhoffnung und Petri für 3,6 Mio. Kronen, diese Bergwerke befanden sich ebenso im Gebiet des heutzutage gefluteten ehemaligen Tagebaus Chabařovice.

Das Bergwerk Albert (später Prokop Holý) gründete im J. 1870 der Graf Albert Nostitz auf dem Kataster der Gemeinde Tuchomyšl (Schönfeld) in nächster Nähe der Eisenbahnstation, an der mit einem Anschlussgleis der Bergbaubetrieb angeschlossen wurde. Das Bergwerk Albert hatte die Tiefe des Förderschachtes 52 Mater und gehörte zu den größten Bergwerken in Tuchomyšl. Im Untergrund, in der Nähe des Förderschachtes, befand sich ein Stall für 40 Pferde, welche den Bezug der Förderwagen mit der Kohle sicherstellten. Pferde, als Zugkraft, wurden gewisse Zeit in allen größeren Bergwerken verwendet. Nach dem Tod des Grafen Albert Nostitz im J. 1871 erbt sein Vermögen die Tochter Maria Antonia. Im J. 1946 wurde das Bergwerk laut des Hussitenfeldherrn Prokop Holý umbenannt.

Důl Albert (Prokop Holý) v Tuchomyšli s představenstvem dolu (rok 1903)

Aus weiteren Bergwerken sind auch der Bergbaubetrieb Maria Antonia in Roudníky (Raudnig) die Erwähnung wert, gegründet von Graf Nostitz und nach seiner Tochter benannt, welcher die Tiefe von 93 Metern erreichte, und der Bergbaubetrieb Elisabeth (später unter dem Namen 5. Mai gekannt), ebenso von Graf Albert Nostitz gegründet, und nach der österreichischen Kaiserin Elisabeth benannt, der Gattin Kaisers Franz Joseph. Im J. 1947 wurde er auf den 5. Mai umbenannt.

Das Bergwerk Adolf Ernst wurde von der Gruppe Schönfelder Bauern gegründet, und die Bergwerke Petri, Julie und Neuhoffnung wurden von Graf Westphalen gegründet. Das Bergwerk Petri wurde im J. 1889 auf dem Kataster der Gemeinde Český Újezd (Böhmisch Neudörfel) ausgehöhlt und um zwei Jahre später befand sich im Eigentum der Mostecká uhelná společnost (Brüxer Kohlenbergbau-Gesellschaft). In späteren Jahren überging der Bergbaubetrieb auf den Unter- aber auch Tagebau, wobei im J. 1928 fielen 23% auf den Untertagebau und 77% auf die Tagebaugewinnung. Seit 1935 wurde die Kohle bloß mit Tiefbau bis zum J. 1945 gefördert.

Das Bergwerk Felix Waldemar, gegründet auf dem Kataster der Gemeinde Hrbovice (Herbitz) an der Landstraße nach Chabařovice, förderte wie mit der Gewinnungsart von Tagebau sowohl auch Untertagebau. Der Transport aus dem Bergwerk wurde mit einer Standseilbahn sichergestellt. Genaues Datum seiner Entstehung ist unbekannt. Als Anfang der Tagebauförderung führt man die Zeit anfangs des 20. Jahrhunderts auf, der Untertagebau dann in der Zeitperiode 1918 bis 1924. Im J. 1920 erreichte das Bergwerk die Jahresförderung von 29 120 Tonnen, womit es unter die Bergbaubetriebe mit einer kleinen Produktion gehörte.

Der Untertagebau ermöglichte ungefähr 50% der Kohlenbestände auszufördern. Nach dem 2. Weltkrieg setzte sich auch in diesem Teil des Kohlenreviers eine neue Technologie der Förderung durch, welche ein größeres Ausbringen der Kohlenbestände aus größeren Tiefen gewährleistet. Es entstehen Tagebauwerke und die Tiefbaubetriebe sind schrittweise stillgelegt. Zu dieser Gewinnungsart überging auch der neu gegründete Bergwerk 5. Mai, welcher in den 50. Jahren des 20. Jahrhunderts die Kohlenförderung aus dem Bergwerk Elisabeth ersetzte.

Bývalé hlubinné doly

Anfangs der 70. Jahre des 20. Jahrhunderts wird entschieden, ob die Kohleförderung mit der Entwicklung des Bergwerkes Barbora III. fortsetzen, welches der Nachfolger des Bergbaubetriebes 5. Mai war, oder zur Großgerätkonzeption übergehen und mit der Eröffnung des Tagebaus Chabařovice fortsetzen.

Endgültig wurde die Variante des Aufbaus des Bergwerkes Chabařovice entschieden, da es in der Zeit zum Auskohlen der Bestände im Bergwerk Antonín Zápotocký in Úžín (Auschina) kam. Dieser Betrieb war der Versorger besonders für das Druckgaswerk (damals schon der Bestandteil des Staatsbetriebes Palivový kombinát).

Frage für Kinder

Welche Gemeinden vermieden ihren Untergang bei der Kohlenförderung in der Lokalität des gegenwärtigen Sees Milada?
a) Vyklice (Wiklitz)
b) Předlice (Predlitz)
c) Lochočice (Lochtschitz)
d) Roudníky (Raudnig)
e) Tuchomyšl (Schönfeld)
f) Otovice (Hottowitz)

Richtige Antworten: b, d
 

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